Camino del Norte

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Camino del Norte (auch Küstenweg genannt) ist historisch gesehen der älteste Pilgerweg. Er erlebt neuerdings wieder eine Renaissance, da viele Pilger dem Massentourismus auf dem Camino Francès ausweichen möchten. Dieser knapp 800 km lange Pilgerweg führt von der französisch/spanischen Grenze (von Irun) entlang der Nordküste bis nach Santiago de Compostela.

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Bericht in der deutschen Sprache von Gerti, meiner deutschen Freundin, die in Griechenland lebt.

DSC09611Der Küstenweg, Camino del Norte.

Wir, meine Freundin Teresa und ich, hatten schon 2015 beschlossen, nachdem wir die Via de la Plata bewältigt hatten, für 2016 den Küstenweg in Angriff zu nehmen. So fuhren wir am 27. August 2016 mit dem Bus von Frankfurt nach Irun. Um 5 Uhr in der Früh in Irun angekommen suchten wir zuerst nach einem con Leche bevor wir uns ins nächste Abenteuer stürzten. Gegen 7 Uhr, nach einem kleinen Frühstück, zogen wir , etwas müde aber gestärkt, los. Wir waren gut vorbereitet und sind geübte Wanderer, mussten aber schon auf der ersten Etappe, mit einsetzendem Regen und Wind, viele Höhenmeter bewältigen. Nach 26 km kamen wir, durchnässt bis auf die Haut, in San Sebastian an. Unsere erste Herberge, untergebracht in einer alten Schule, war alles andere als gemütlich, aber das war uns so egal, denn wir wollten nur dort schlafen. Nach einer heißen Dusche zogen wir wieder los um die Stadt zu erkunden und die Surfer an den schönen Stränden zu beobachten. Jetzt stand unser erstes Menue auf dem Plan mit einer Flasche Rioja . Von nun an schliefen wir jede Nacht wie die Engelchen denn die Bewältigung der vielen Höhenmeter hat uns stark zugesetzt. Der Küstenweg ist eine Herausforderung insbesondere wenn man den gesamten Weg durchgehen möchte. Wir waren auf viel Regen vorbereitet, staunten aber , dass uns auf der zweiten Etappe die Sonne den ganzen Tag am Atlantik begleitete. Die erste Woche War extrem anspruchsvoll und hat uns alles abverlangt. Dieser Weg ist ein ganz besonderes Erlebnis und wohl auch der schönste aller Jakobswege. Man kann nicht alle Eindrücke in Worte fassen, man muss es selbst erleben. Uns waren wir Tag für Tag verzaubert von tollen Landschaften, von der Gewalt des Atlantiks, wunderschöne Dörfer und Städte, hilfsbereite Menschen mit Herz, einsame verträumte Wege, gutes Essen und guten Wein und jeden Tag ein anderes Bett mit schnarchenden Pilgern gemeinsam in den Herbergen.
Aber wie bereits erwähnt, wir haben trotzdem immer geschlafen wie die Engelchen.
Zu unserer besonderen Freude war das Wetter, abgesehen von unserer ersten Etappe,
traumhaft für die nächsten zwanzig Tage.
Insgesamt hatten wir nur vier Regentage von 33 Wandertag.
Wenn Engel reisen………
Das war wie ein 6- er im Lotto. Auch hatten wir keinerlei
Probleme ein Bett zu bekommen, wie oftmals geschrieben wird. Ein paar kleine
gesundheitliche Zipperlein, die jeden irgendwann befallen, gab es schon.
Nichts konnte uns aufhalten, wir waren eins, Teresa und ich. Es ist
erstaunlich wie wenig man braucht und wie demütig und zufrieden man nach
jeder bewältigten Etappe ist.

Camino, wir kommen wieder !!!

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